>Produkte > MT Tiefbau > Anwendung
Ausführliches AnwendungsbeispielDieses Beispiel behandelt
eine ganz spezielle Anwendung des MDAC-Systems. Trotzdem lohnt es sich, die folgende Beschreibung zu verstehen, denn:
- Das Prinzip ist auf beliebige andere Bauverfahren übertragbar.
- MDAC kann ohne großen Aufwand für fast alle Anwendungen konfiguriert werden.
- Wir beraten Sie bei der Instrumentierung Ihres speziellen Bauverfahrens.
5 gut investierte Minuten! 1.
Was ist eine Schmalwand? 2. Die Wand ist dicht, wenn
3. Dies wird nachgewiesen durch 4. Ausrüstung der Baumaschinen mit Sensoren für 5. So sieht ein Protokoll aus 6. Diese Informationen stecken im Protokoll 7. Ein aufschlußreicher Gesamtüberblick
1. Was ist eine Schmalwand?
Schmalwände werden zur Abdichtung von Dämmen oder bestimmten Regionen z.B. Altlastenflächen eingesetzt. Dazu wird eine Stahlbohle bis zum Erreichen einer
wasserundurchlässigen Bodenschicht einvibriert. Beim Herausziehen der Bohle wird der verbleibende Schlitz mit einer dauerelastischen und wasserdichten Tonschicht (Ton-Wasser-Suspension) gefüllt. 2. Die Wand ist dicht, wenn
- die Bohle sicher in die Bodenschicht einbindet,
- der Schlitz lückenlos verfüllt ist und
- die Stiche der Bohle genau senkrecht und überlappend sind.
3. Dies wird nachgewiesen durch das MDAC-System. Es zeigt dem Maschinenführer während der Produktion relevante
Meßwerte an und druckt zur selben Zeit Stich für Stich ein Protokoll. Dieses dokumentiert die einwandfreie Qualität. Sofortiges Eingreifen bei Abweichungen ist
möglich. Die Produktion kann mit den ausgedruckten Zeiten und Mengen optimiert werden. 4. Ausrüstung der Baumaschinen mit Sensoren für

|
- die Tiefe der Bohle
- die Energie beim Einrütteln
- den Suspensionsfluß
- den Suspensionsdruck
- die Neigung des Mäklers oder des Baggers
- die Vibratorfrequenz
|
5. So sieht ein Protokoll aus  Beschreibung:
(1) |
Protokollkopf mit Angaben zur Baustelle und zum Stich |
(2) |
Legende mit Meßbereichsangabe (wird unten wiederholt)
Linkes Diagramm |
Rechtes Diagramm |
- Tiefe: 0-30 m
- Öldruck des Vibrators: 0-400 bar
- Frequenz des Vibrators: 0-40 Hz
|
- Suspensionsdruck des Vibrators 0-20 bar
- Suspensionsfluß des Vibrators 0-600 lpm
|
|
(3) |
Im Diagrammfuß werden Produktionsparameter wie Rüttelzeit, verbrauchte Suspension und max. Tiefe ausgedruckt. Diese Daten
werden häufig für die Abrechnung, die technische Bewertung und die Optimierung verwendet. |
6. Diese Informationen stecken im Protokoll Die Ausführung eines Stiches erfolgt in drei Phasen:
- Eindringen
(grün)
Einbinden (gelb/braun) und
Ziehen und Verfüllen des Schlitzes (blau).
Linkes Diagramm |
Rechtes Diagramm |
ADie Bohle dringt etwa 15 m tief ein. BDie Frequenz bleibt nahezu konstant. C
Der Öldruck nimmt zu, da mit zunehmender Tiefe mehr Energie benötigt wird. DDie Frequenz fällt aufgrund veränderter Bodenverhältnisse ab. E
Selbst erhebliches Erhöhen des Öldrucks kann dies nicht verhindern. FDie Bohle dringt etwa 1 m tief in die wasserundurchlässige
Bodenschicht ein
|
GWährend des Einvibrierens laufen die Förderpumpen mit geringer Leistung, um den Verschluß der Injektionsrohre zu vermeiden. H
In der wasserdichten Bodenschicht geht der Suspensionsfluß auf Null zurück und der Pumpendruck steigt. Ein weiteres Indiz, daß die Bodenschicht erreicht wurde. I
Während des Ziehens werden die Pumpen auf Betriebsleistung geschaltet. Nur wenn Druck und Suspensionsfluß hoch bleiben ist ein lückenloses Verfüllen des Schlitzes
gewährleistet
|
7. Ein aufschlußreicher Gesamtüberblick RAM-Karten (PCMCIA mit DOS-File-Format) übertragen die gemessenen Daten auf
einen (Notebook-)PC. So erstellen Sie weitere Auswertungen. Eine Schnittstelle zu Standardprogrammen wie Tabellenkalkulation, Datenbanken oder vom Anwender erstellte eigene Programme ist vorhanden.
Dieses Tiefenrelief wurde aus aufgezeichneten Daten
einer realen Baustelle erstellt (Ausschnitt). Es zeigt die Stiche einer Schmalwand nebeneinander angeordnet. So können Sie den Aufbau der Schichten sowie den Materialverbrauch während des gesamten
Bauvorhabens erkennen. Die Farben kennzeichnen den Verbrauch an Suspension pro Tiefeneinheit. Der gelb hervorgehobene Abschnitt zeigt eine Stelle, an der besonders viel Suspension verbraucht wurde.
Wie der Zusammenhang über mehrere Stiche zeigt, liegt hier kein Fehler bei der Bauausführung vor. Vielmehr können geologische Ursachen geltend gemacht werden. Ähnliches gilt auch für den Energie-
und Zeitaufwand. Der nicht durch die Aufschlüsse ersichtliche Mehraufwand kann ggf. nachberechnet werden. |